Krisenpotenziale

Krise

Unternehmen und Organisationen können je nach Ursache verschiedenen Krisenarten ausgesetzt sein, die in Imagekrisen, rechtliche Krisen und betriebswirtschaftliche Krisen einzustufen sind. Trotz ihrer unterschiedlichen Merkmale haben alle drei Formen eines gemein: Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Bewältigung der Krisensituation liegt nicht in der isolierten Betrachtung und Fokussierung auf lediglich eine Beratungsdisziplin, sondern im Zusammenwirken der Kompetenzfelder Recht, Kommunikation und Betriebswirtschaft.

 

Betriebswirtschaftliche Krisen

Restrukturierungen

Kommt ein Unternehmen aufgrund unterschiedlicher Ereignisse in eine wirtschaftliche Schieflage, gelten neue unternehmerische Maßstäbe. Restrukturierungen mit umfassender Neugestaltung der Geschäftsprozesse sind meist die Folge. Dies birgt große Gefahren, die jedoch durch eine detaillierte Risikoanalyse eingedämmt werden können. Augenmerk ist dabei auf die Abschätzung der Tragweite und Eintrittswahrscheinlichkeit möglicher Szenarien zu legen. Nur unter Berücksichtigung aller Risikoszenarien kann die Verlaufsdauer der Krise positiv beeinflusst werden.

Insolvenzen

Krisen sind Problemsituationen mit negativen Auswirkungen auf viele Bereiche eines Unternehmens. Aufgrund dieser Reichweite können Krisen leicht zu einer Firmeninsolvenz führen. Dem kann jedoch ein gut organisiertes Controllingsystem entgegenwirken, das anhand unternehmensspezifischer Kennzahlen wie beispielsweise verlängerte Debitoren- und Kreditorenlaufzeiten, rückläufige Gewinnmargen oder sinkende Eigenkapitalquoten Krisen frühzeitig erkennen kann. Funktioniert ein solches Warnsystem nicht, ist der Gang in die Insolvenz oft unvermeidlich. Ein Sanierungs- oder Konkursverfahren folgt zwangsläufig und das Unternehmen wird so unfreiwillig zum Thema der medialen Berichterstattung. Eine gut durchdachte interne und externe Kommunikation kann hier neben der rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Beurteilung maßgeblich zu einem erfolgreichen Abschluss eines Verfahrens bzw. dem Fortbestand des Unternehmens beitragen. Dazu ist eine aktive und vorbeugende Informationspolitik unumgänglich. Diese muss im Rahmen interdisziplinärer Teams professionell vorbereitet und im Umfeld von Medien und Mitarbeitern umgesetzt werden.

Mergers & Aquisitions (Unternehmensübernahmen)

Unternehmensübernahmen und Fusionen bringen ein hohes Krisenpotenzial: Einerseits stehen massive Veränderungsprozesse bevor, andererseits kann es zu Auseinandersetzungen auf Gesellschafterebene aufgrund unterschiedlicher Interessenslagen, die es zu vereinen gilt, kommen. Gezielte Angriffe auf das Markenimage des Unternehmens können die Folge sein. Entscheidend ist in solchen Fällen die frühzeitige Analyse der potenziellen Risikoherde. Nur so kann die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Krisensituation minimiert werden bzw. ist das betroffene Unternehmen bei Eintreten einer Krise gut vorbereitet. Dies erfordert ein perfektes Zusammenspiel der drei Disziplinen Betriebswirtschaft, Recht und Kommunikation mit besonderer Einbindung aller relevanten Anspruchsgruppen.

 

Rechtliche Krisen

Gesellschaftsrechtliche Verfahren

Unter gesellschaftsrechtlichen Verfahren versteht man Auseinandersetzungen auf Gesellschafter- bzw. Aktionärsebene sowie zwischen Gesellschaftern bzw. Aktionären und der Gesellschaft. Derartige Verfahren dominieren die Wirtschaftsberichterstattung immer häufiger – man denke etwa an das mediale Interesse in den Verfahren zur Meinl Bank, Bank Austria, Brau Union oder Immofinanz. Jede größere rechtliche Auseinandersetzung im Gesellschaftsbereich birgt somit nicht nur die Gefahr eines Gerichtsverfahrens, sondern auch einen Kampf um die Themenführerschaft in der öffentlichen Wahrnehmung. Hier ist vor allem perfektes Zusammenspiel von Kommunikation und Recht notwendig.

Umweltrelevante Bewilligungsverfahren

Umweltrelevante Bewilligungsverfahren wie UVP-Verfahren, Wasserrechts- oder MinROGverfahren, Gewerberechtsverfahren und abfallrechtliche Verfahren sind nicht nur rein rechtliche Herausforderungen sondern – aufgrund der Einbindung einzelner Anspruchsgruppen – eine klassische interdisziplinäre Aufgabe. Die Gegner umweltrelevanter Großprojekte sind in aller Regel gut organisiert, verfügen über politische und mediale Kompetenz und nutzen diese, um ein geplantes Projekt zu verhindern. Angesichts dieser regelmäßig bei heiklen Verfahren auftretenden Situation ist es für einen Bewilligungswerber unumgänglich, von einem schlagkräftigen und erfahrenen Team unterstützt zu werden, das in der Lage ist, alle relevanten Anspruchsgruppen in das erforderliche Dialogsystem einzubinden und  wenn nötig, rechtliche, politische und mediale Angriffe der Projektgegner bereits im Vorfeld zu identifizieren und neutralisieren.

Streitige Verfahren

Große Streitverfahren erregen das öffentliche Interesse immer häufiger und werden oft von medialen Auseinandersetzungen begleitet. Neueste Studien belegen, dass Gerichte von der öffentlichen und veröffentlichten Meinung beeinflusst werden. Es wäre ein folgenschwerer Nachteil, diesen Umstand zu ignorieren. Tatsächlich gilt es heute nicht nur den Prozess vor Gericht zu gewinnen, sondern auch den Kampf um die öffentliche Meinung. Die Unterstützung durch ein interdisziplinäres Team kann eine moderne Prozessbegleitung garantieren.

Strafverfahren

Auch Strafgerichte werden von der öffentlichen und veröffentlichten Meinung beeinflusst. Es ist zu beobachten, dass die Staatsanwaltschaft in jüngster Zeit zunehmend Pressesprecher einsetzt, die für die aktive Informationspolitik verantwortlich sind. Vor diesem Hintergrund hat ein Beschuldigter in einem Wirtschaftsstrafverfahren nicht nur den komplexen Sachverhalt zu erklären, sondern muss sich auch medialen Angriffen stellen. Der Beschuldigte muss alles daran setzen, diese Angriffe zu neutralisieren, um in der Öffentlichkeit nicht stigmatisiert zu werden. Ohne professionelle Hilfe ist dies in einem Strafverfahren, das für den Beschuldigten ohenhin schon eine große psychische Belastungsprobe darstellt, kaum zu bewerkstelligen.

 

Imagekrisen

Rufschädigung/Skandalisierungen

Skandalisierungen und Rufschädigungen sind immer wieder Gegenstände der medialen Berichterstattung. Überprüft man die Substanz der medial transportierten Anschuldigungen, lässt sich deren Haltlosigkeit oft klar beweisen. Um Eskalationen zu verhindern, gilt es, die erhobenen Vorwürfe umgehend sowohl in rechtlicher Hinsicht als auch in medial geeigneter Form zu entkräften. Voraussetzung dafür ist die juristisch einwandfreie Abklärung aller im Raum stehenden Anschuldigungen.

Produktrückholung

Das Jahr 1997 gilt als Geburtsjahr des systematischen Krisenkommunikationsmanagements in der Automobilindustrie: Beim sogenannten Elchtest in Schweden erwies sich die als sicher und innovativ geltende Mercedes A-Klasse als instabil und sorgte damit für den größten Imageschaden, den ein Produktfehler jemals ausgelöst hat. Das mittlerweile zwölf Jahre zurückliegende Ereignis führte zu einer Professionalisierung aller Krisenabläufe in der produzierenden Industrie. Dennoch können in den angewandten Systemen fehlerhafte Entwicklungen keineswegs ausgeschlossen werden. Sollte der Worst-Case, also die notwendige Rückholung eines Produkts, eintreten, ist rasches, proaktives Handeln notwendig. Spezielle Notfallpläne garantieren eine optimale Vorbereitung auf den Tag X und gewährleisten, dass auch in der schwierigen Akutphase die Krise aktiv gesteuert wird.

Katastrophen und Zwischenfälle

Es kann niemals ausgeschlossen werden, dass in unterschiedlichen menschlichen Lebens- und Wirkungsbereichen Katastrophen und Zwischenfälle zu weitreichenden Schäden führen. Besonders schlimm sind jene Ereignisse, die Verletzte oder gar Todesopfer fordern. Gerade bei solchen Ereignissen ist das Interesse des Mediensystems besonders hoch. Die optimale Vorbereitung auf alle Eventualitäten garantiert die geordnete Kommunikation und Eindämmung der Krise im Ernstfall.